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Naturschutzgebiet Doberg: ein Kleinod der Geologie

Herford -

Naturschutzgebiet Doberg
Karin Bohrer und Karl-Heinz-Diekmann (Kreis Herford), Lisa Schäfer (Forstbetrieb Herford), Georg Borchard, Anna Brennemann (Biologische Station Ravensberg), Rudolf Höcker Bezirksregierung Detmold), Dr. Rainer Ebel (Paläontologischer Arbeitskreis), Klaus Nottmeyer (Biologie Station) und Marcus Horst (Stadt Bünde). Foto: Petra Scholz – Kreis Herford 

Das Naturschutzgebiet Doberg ist durch ein eng verzahntes Nebeneinander verschiedener Lebensräume gekennzeichnet, von Glatthaferwiesen, Hangschuttkegeln und Steilwänden bis hin zu unterschiedlich alten Laubwaldbeständen. Besonders der zentrale Bereich der ehemaligen Mergelkuhlen mit seinen Steilwänden, blütenreichen Magerrasen und Grünlandbereichen steht im Fokus der jetzt anstehenden Maßnahmen. Ein wesentliches Ziel ist es zu verhindern, dass die Steilwände verbuschen und zuwachsen. 

Die Steilwände sind nicht nur für viele seltene Pflanzen- und Wildbienenarten von großer Bedeutung: Das einzigartige Landschaftsbild der freigestellten Steilwände lässt erahnen, welch unersetzliches Kleinod der Geologie und Paläontologie hier geschützt wird. 

2017 ist ein Maßnahmenkonzept für das Naturschutzgebiet im Auftrag des Kreises Herford entwickelt worden, um die unterschiedlichen Anforderungen des Naturschutzes, der Geologie und Paläontologie sinnvoll zu koordinieren.

Ein Maßnahmenschwerpunkt ist dabei der Kampf gegen die Verbuschung. Aus Sicht des Naturschutzes können dadurch die wertvollen Freiflächen erhalten und die Schönheit des Bodendenkmals bewahrt bleiben. Jedes Jahr werden von der Biologischen Station und von beauftragten Firmen mit viel Engagement Gehölzflächen zurückgedrängt. Neben dem Freischneiden und der Mahd der Hänge im zentralen Bereich ist vorgesehen, Ziegen, Schafe und/oder Rinder auf den Magergrünlandfläche weiden zu lassen. Dadurch können auch auf lange Sicht die Ziele des Maßnahmenkonzeptes nachhaltig gesichert werden.   

Dabei kommt der Umstand ganz gelegen, dass diese Flächen von einem Bewirtschafter gepflegt werden, der bereits eine Fläche im Naturschutzgebiet mit Schottischen Hochlandrindern beweidet. Diese sollen dann auch bald auf der Fläche „Am Kalkofen“ die Gehölzentwicklung auf dieser Grünlandfläche eindämmen. Und auch für die Tierwelt ist die Beweidung eine gute Sache, denn dort, wo Rinder weiden, gibt es auch mehr Insekten.

Weitere Maßnahmenschwerpunkte für 2019

Eine Aufforstung wird ausgelichtet, nicht standortgerechte Baumarten werden geringelt, um sie langfristig zu entfernen und bedeutsame Steilhänge werden freigeschnitten. Und wie in jedem Jahr werden die Magerrasen entlang des Kuhlenweges gemäht, damit die vielen Wildblumen dort weiterhin blühen.  

Jährlich werden außerdem noch für das Gebiet schädliche Pflanzenarten sehr aufwändig eingedämmt und zurückgedrängt. Dazu gehören beispielsweise  die Goldruten- und Cotoneaster-Bestände, die sich rasant ausbreiten und dadurch besonders schutzwürdige und häufig auch gefährdete einheimische Pflanzenarten verdrängen. 

Das Naturschutzgebiet Doberg 

  • Der Rahmen und die Zielsetzung der durchzuführenden Pflege-Maßnahmen im NSG Doberg sind im 2017 abgeschlossenen Maßnahmenkonzept (kurz: MAKO) dargelegt. Der 18-seitige Bericht ist auf der Internetseite des Kreises Herford einsehbar.
  • Besonders schwierige Flächen wie die steilen Magerrasenflächen, die Steilwände und die Kleingewässer werden von der Biologischen Station Ravensberg gepflegt. Die Grünlandflächen „Am Kalkofen“ werden von einem Landwirt bewirtschaftet, der Teile davon zukünftig auch beweiden wird.
  • Für die Durchführung der umfangreichen Pflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet Doberg erhält die Biologische Station Fördermittel vom Land NRW und dem Kreis Herford. 
  • Im Kreis Herford gibt es 41 Naturschutzgebiete. Sie machen 3,7 Prozent der Gesamtfläche des Kreises aus. Zum Vergleich: im Regierungsbezirk Detmold liegt der Anteil Naturschutzgebieten im Schnitt bei 7,4 %.
  • Der Doberg in Bünde und die Linnenbeeke in Vlotho waren die ersten Schutzgebiete in OWL
  • Für Geologen und Paläontologen ist der Doberg aufgrund seiner vollständigen und gut erhaltenen Schichtenfolge des Erdzeitalters des Oligozäns von internationaler Bedeutung.
  • Seit dem 21. Juni 1989 ist der Doberg als Bodendenkmal in die Denkmalliste der Stadt Bünde eingetragen

(Text: Petra Scholz – Kreis Herford) 

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