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Marta-Preis 2020 geht an Brigitte Waldach

Herford -

marta-preis 2020
Gewalt, 2013, Museum Marta Herford, Raumzeichnung mit 6-Kanal Sound, Foto: Bernd Borchardt

Die Berliner Künstlerin Brigitte Waldach erhält den Marta-Preis der Wemhöner Stif­tung 2020. Die ehemalige Meisterschülerin von Georg Baselitz überzeugte die Jury mit der klaren Formensprache und thematischen Tiefe ihrer Arbeiten. In ihren großformatigen Zeichnungen und begehbaren räumlichen Verspannungen kommt Texten und Klängen eine bedeutsame Rolle zu. Neben dem Preisgeld und einem Produktionsbudget für ein neues Werk in der Sammlung Marta wird Brigitte Wal­dach mit einer Einzelausstellung im Marta Herford geehrt, die am 20. September 2020 eröffnet.

Brigitte Waldach (geb. 1966 in Berlin) studierte zunächst Kunstpädagogik, Kunstwissenschaften und Germanistik, bevor sie sich der Freien Kunst zuwandte. Ihr Studium an der Hochschule der Künste Berlin schloss sie 2000 als Meisterschülerin von Georg Baselitz ab. Aus der Zeichnung heraus hat Waldach eine ebenso poetische wie raumgreifende Praxis entwickelt. In Textwolken, Raumzeichnungen und Klanginstallationen ergründet sie geistesgeschichtliche und literarische Zusammenhänge. Immer wieder setzt sie sich dabei intensiv mit der deutschen Geschichte auseinander, von der Judenverfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus bis hin zum Mythos der Roten Armee Fraktion (RAF) der 70er Jahre, aber auch jüngst mit den „Goldberg-Variationen“ von J. S. Bach.

Als vierte Gewinnerin des mit insgesamt 25.000 Euro dotierten Marta-Preises der Wemhöner Stiftung wird Brigitte Waldach ein neues Werk für die Sammlung Marta entwickeln, das erstmals im Rahmen einer Einzelausstellung im Museum präsentiert wird. Die bisherigen Preisträger*innen sind das Duo Heike Mutter / Ulrich Genth (2014), Simon Wachsmuth (2016) und Peter Wächtler (2018), dessen skulpturales Mobile „Ohne Titel (Füller)“ in diesem Jahr in der kupferbar im Marta in Anwesenheit des Künstlers feierlich eingeweiht wurde.

Die Jury, bestehend aus dem Kuratorium der Wemhöner Stiftung sowie zwei externen Persönlichkeiten (in diesem Jahr Caroline von Möller, Geschäftsführerin der Fenne Baugesellschaft mbH, und Dr. Eva Schmidt, ehemalige Direktorin des Museum für Gegenwartkunst Siegen) sprach sich einstimmig für Brigitte Waldach aus. Ein Beratungsgremium aus fünf international tätigen Kurator*innen und Kritiker*innen hat das Museum im Vorhinein bei der Auswahl der Kandidat*innen fachkundig unterstützt. Zu diesem Gremium gehörten in diesem Jahr Elke Buhr, Chefredakteurin des Monopol Magazins, Dr. Claudia Emmert, Direktorin des Zeppelin Museums Friedrichshafen, Frank-Thorsten Moll, Direktor des IKOB - Museum für zeitgenössische Kunst Eupen, Dr. Matthias Mühling, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, sowie Ellen Seifermann, Leiterin der Kunsthalle Nürnberg.

Brigitte Waldach - marta-preisträgerin 2020

Porträtfoto Brigitte Waldach: c Mart Engelen, 2017

Der Marta-Preis der Wemhöner Stiftung

Der Marta-Preis der Wemhöner Stiftung sieht in zweijährigem Rhythmus die Beauftragung eines hochrangigen künstlerischen Werks für die Sammlung Marta vor. Dieses soll mit Blick auf den Sammlungs- und Ausstellungsschwerpunkt des Museums – die lebendige Auseinandersetzung internationaler Gegenwartskunst mit Berührungspunkten zu Design und Architektur – vor Ort entwickelt werden. Mit insgesamt 25.000 €, die sich aus 10.000 € Preisgeld, 13.000 € Budget für eine Neuproduktion und 2.000 € Begleitkosten zusammensetzen, sowie einer ehrenden Ein­zel­präsentation im Museum Marta Herford mit begleitendem Katalog, zählt er zu den wenigen hochdotierten Preisen für zeitgenössische Kunst in Deutschland.

Die Preisträgerin Brigitte Waldach

1966 geboren in Berlin, lebt und arbeitet in Berlin

2000 Abschluss des Studiums der Freien Kunst an der Hochschule der Künste Berlin als Meisterschülerin von Georg Baselitz

Wichtige Einzelausstellungen hatte sie unter anderem im Felix Nussbaum Haus, Osnabrück („Existenz“, 2018), in der Kunsthallen Brandts, Odensen/DK („Ideology“, 2016), im Stavanger Kunstmuseum, Norwegen („Fall“, 2011) und in der Kunsthalle Emden („Zeichnungen und Installationen“, 2010)

Darüber hinaus war sie an einer großen Zahl von Gruppenausstellungen im In- und Ausland beteiligt, unter anderem im brasilianischen Oscar Niemeyer Museum zur Curitiba Biennale 2019, im Deutschen Bundestag (2019), in der Neuen Sächsischen Galerie, Chemnitz (2017), in der PIN Ausstellung der Pinakothek der Moderne, München (2015), in der Altana Kulturstiftung, Bad Homburg (2014), im Museum Kunstpalast, Düsseldorf (2013), Museum Ludwig Koblenz (2010) und im Museo Nacional Bellas Artes, Santiago de Chile (2009). 2013 war sie zudem in der Marta-Ausstellung „Farbe bekennen – Was Kunst macht“ mit der multimedialen Installation „Gewalt“ präsent.

Ihre Arbeiten befinden sich in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen, wie der Albertina (Wien), dem Kupferstichkabinett Berlin, der Berlinischen Galerie (Berlin), der Kunsthalle Emden, dem Museum Kunstpalast Düsseldorf, dem Kunstmuseum Stavanger und dem ARoS Kunstmuseum (Aarhus).

Die Jury

Heiner Wemhöner, Geschäftsführer der Wemhöner Surface Technologies GmbH & Co. KG, Vorsitzender des Kuratoriums der Wemhöner Stiftung, Sammler

Annabelle Gräfin von Oeynhausen-Sierstorpff, Leiterin der Unternehmenskommunikation & CI der Unternehmensgruppe Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, Mitglied des Kuratoriums der Wemhöner-Stiftung, Sammlerin

Dr. Eva Schmidt, ehemalige Direktorin des Museum für Gegenwartkunst Siegen

Caroline von Möller, Geschäftsführerin der Fenne Baugesellschaft mbH, Gladbeck, Sammlerin

Dr. Hannes Frank, Aufsichtsrat der Jowat AG, Detmold, Mitglied des Kuratoriums der Wemhöner-Stiftung

Martin J. Hörmann, persönlich haftender Gesellschafter Hörmann KG Verkaufsgesellschaft, Steinhagen, Sammler

Roland Nachtigäller, Direktor von Marta Herford, Mitglied des Kuratoriums der Wemhöner-Stiftung
(Text: Marcella Ranft – Museum Marta Herford)