• Herford
  • Vlotho
  • Spenge
  • Enger
  • Löhne
  • Kirchlengern
  • Hiddenhausen
  • Bünde
  • Rödinghausen

Landrat und Bundestagsabgeordneter besuchen Rettungswache

Spenge -

Zentrales Thema war das derzeitige Arbeitszeitmodell, das für die Rettungskräfte bei 48 Wochenstunden eine 12-Stunden-Schicht mit einer Regenerationszeit von ebenfalls 12 Stunden vorsieht.

Die Mitarbeitenden der Rettungswache bekamen Besuch.

Landrat Jürgen Müller und der Bundestagsabgeordnete  Stefan Schwartze haben die Rettungswache in Spenge besucht, um sich vor Ort ein  Bild von der Arbeit der  Notfall-Sanitäterinnen und Notfall-Sanitäter sowie den Notärzten zu machen. Gesprochen wurde unter anderem über die Veränderungen während der Corona-Krise, neue Arbeitszeitmodelle, die notärztliche Situation in den Rettungswachen sowie seltene, wenn auch nicht ausbleibende Übergriffe von  Bürgerinnen  und Bürgern auf die Einsatzkräfte.

Zentrales Thema war jedoch das derzeitige Arbeitszeitmodell, das für die Rettungskräfte bei 48 Wochenstunden eine 12-Stunden-Schicht mit einer Regenerationszeit von ebenfalls 12 Stunden vorsieht. Aufgrund diverser Überstunden, die im Rettungsdienst unvermeidlich anfallen, führen die kurzen Regenerationszeiten zu starken Belastungen beim Personal.  Zwar besteht derzeit eine Arbeitszeit-Regelung, die 24-Stunden-Schichten mit entsprechend 48 Stunden Regenerationszeit vorsieht. Diese ist allerdings nur aufgrund einer Ausnahmeregelung in Folge  der Corona-Krise möglich und langfristig aufgrund geltender Landes-Vorgaben nicht umsetzbar. Aus diesem Grund prüfen Landrat und Verwaltung, für die Rettungskräfte im Kreis Herford ein modifiziertes 12-Stunden-Modell mit einer verkürzten Anzahl an Wochenstunden einzuführen, um die Belastung des Einzelnen zu senken.

„Wir sehen hier dringenden Handlungsbedarf. Die enorme Arbeitsbelastung durch das übliche 12-Stunden-Modell führt in unseren Rettungswachen zu Abwanderung und starken Nachwuchsproblemen. Zudem ist das Personal vor Ort stark belastet. Da mit landesweiten Veränderungen nicht zu rechnen ist, müssen wir das Problem bei uns vor Ort angehen“, so  Landrat Jürgen Müller.

Zudem sprachen der Landrat und Stefan Schwartze mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über Veränderungen in der Corona-Krise. So wurden wie vielerorts die Hygienemaßnahmen in den Rettungswachen massiv verstärkt, strenge Regeln zwischen klar eingeteilten Gruppen bei der Schichtübergabe vereinbart, neue Vorgaben im Umgang mit Patienten eingeführt und  der Publikumsverkehr strikt eingestellt. „Wir haben während der Hochphase der Corona-Krise deutlich weniger Einsatzfahrten gehabt“, erklärt Tobias Nienaber, Leiter der Rettungswache in Spenge. „Das hat nach und nach wieder zugenommen, mittlerweile sind wir bei der vollen Belastung wieder angekommen“.
(Foto und Text: Patrick Albrecht, Pressestelle, Kreis Herford)