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Kultureinrichtungen planen auch für längere „Auszeit“

Herford -

 

Ab Freitag, 13. März 2020, mussten entsprechend der städtischen Schließungsverfügung im Museum Marta Herford und auch in sämtlichen anderen Kultureinrichtungen der Hansestadt der Publikumsbetrieb vorerst eingestellt werden. Auch wenn diese Schließung zunächst bis zum 19. bzw. 30. April 2020 (Stadttheater) angeordnet wurde, bereiten sich Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretung bereits auf die Zeit danach und eine mögliche Verlängerung dieser angeordneten Auszeit vor.

„Wir müssen vorbereitet sein für den Fall, dass wir Ende April noch nicht wie geplant wieder öffnen können, selbst wenn es noch einige Wochen bis dahin sind“, teilt Andreas Kornacki, Geschäftsführer der Marta Herford gGmbH und der Kultur gGmbH, mit. „Uns ist es wichtig, in dieser unsicheren Zeit vorausschauend zu agieren, anstatt den Ereignissen hinterher zu eilen. Und dazu gehört auch, auf die entstehenden Einnahmeneinbußen zu reagieren. Dies sehen wir insbesondere als Empfänger öffentlicher Mittel als unsere Pflicht an.“

Aus diesem Grund wurden die bereits angeordneten Betriebsferien dafür genutzt, Strategien für die ökonomische Sicherung der Gesellschaften zu entwickeln. Ein zentraler Baustein dafür sind Vereinbarungen mit den beiden Betriebsräten der Kultur Herford gGmbH und der Marta Herford gGmbH, die eine Kurzarbeit ab dem 20. April 2020 ermöglichen würden. Diese konnten Anfang der Woche von den Betriebsparteien unterzeichnet werden.

Roland Nachtigäller: „Für uns stand vor allem im Zentrum, eine solidarische Lösung für alle Kultureinrichtungen zu finden, mit der wir aber auch unserer sozialen Verantwortung gerecht werden“, und Andreas Kornacki ergänzt: „Wir wissen um die extreme Verantwortung für Betriebsräte in diesen Zeiten. Umso mehr haben wir uns über die sachliche und zielführende Atmosphäre der Gespräche gefreut. Allen war klar, dass wir jetzt zusammenstehen müssen, damit wir zur Wiedereröffnung gestärkt und mit positiver Energie durchstarten können.“ (Text: Museum Marta Herford)

Blick hinter die Kultur-Kulissen in Corona-Zeiten

„Neben den Strategien für die Finanzierung geht es dem Marta Herford aktuell vor allem um kreative digitale Ideen für das aktive Gestalten dieser besonderen Zeit. In einer Art „Notdienst“ arbeitet Museumsdirektor Roland Nachtigäller während des momentanen Betriebsurlaubs zusammen mit jeweils einer Mitarbeiterin aus der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit an der virtuellen Sichtbarkeit des Museums.

Wir sind generell der Meinung, dass unsere Vermittlungsarbeit nicht außerhalb der Museumsmauern aufhört und möchten besonders in Zeiten wie diesen, wo das Leben zwischen Home-Office und Tagesschau stattfindet, dabei unterstützen, sich fünf Minuten am Tag mit etwas anderem beschäftigen zu können. Wir hoffen, dass wir mit den Videos, Online-Tutorials, Texten und Bildern auf unseren digitalen Kanäle wie Youtube, Facebook, Instagram, Twitter oder unserem Marta-Blog einen Beitrag leisten können, um Kunst in die Wohnzimmer der Herforder*innen zu bringen und damit auch in dieser unsicheren Zeit für etwas geistige Nahrung auch jenseits der Tagesmeldung zu sorgen.

Ebenfalls wird im Büro des Museums der weitere Verlauf des Jahresprogramms von unserem Direktor Roland Nachtigäller mittlerweile in den Fokus genommen: „Es kann ja nicht sein, dass wir mit viel Aufwand und Liebe gemeinsam mit Künstlern aus dem In- und Ausland zwei großartige Ausstellungen installieren, die dann die meiste Zeit ungesehen im Dunkeln der gut gesicherten Museumsräume liegen. Auch wenn es enorm viel Anstrengung und Organisationsarbeit bedeutet: Wir werden versuchen, unserem Publikum diese Anregungen, die Möglichkeiten zum Mittun und zur Sinnenfreude noch etwas länger anzubieten als ursprünglich geplant. Schon heute ernten wir von Leihgebern und übrigen Beteiligten viel Zustimmung und Sympathie für diese Pläne, auch wenn dafür die eigenen Verpflichtungen ebenfalls nochmal neu gedacht werden müssen.“ (Text: Marcella Ranft – Museum Herford)