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2 Sennenhunde jagen Schafe und reißen 4 Tiere

Vlotho -

Totes Schaf
Eine der im Naturschutzgebiet „Kleiner Selberg“ in Vlotho von den Berner Sennenhunden gerissenen Heidschnucken. Foto: privat

In der Nacht vom 7. auf den 8. Januar 2020 starben auf einer Weide im Naturschutzgebiet „Kleiner Selberg“ in Vlotho vier Heidschnucken. Die Tiere erlagen ihren schweren Bissverletzungen, die durch zwei frei laufende Berner Sennenhunde verursacht wurden. Die Hunde sind in der Nacht in die Weidefläche eingedrungen und haben die Tiere gejagt und getötet.

Vier weitere Schafe haben durch die Hundeattacken ebenfalls starke Bissverletzungen erlitten und müssen voraussichtlich eingeschläfert werden. Ob die restlichen überlebenden Weidetiere innerliche Verletzungen erlitten haben oder durch den Stress langfristig geschädigt wurden, wird sich in den kommenden Tagen und Wochen zeigen. Diese vermutlich mehrere Stunden andauernde Hetzjagd der beiden Berner Sennehunde lösen erhebliche Trauma- und Stressschäden bei Schafen aus.

Die Schafe gehören einem Hobbylandwirt und Schafhalter aus Vlotho, der die Tiere für die Pflege der wertvollen Wacholderbestände des Naturschutzgebietes „Kleiner Selberg“ hält. Als der Schafhalter seine Herde am 8. Januar 2020 bei seiner täglichen Routinekontrolle aufgesucht hat, hat er die beiden Hunde im Umfeld der Weidefläche und der gerissenen Schafe angetroffen. Die Polizei wurde umgehend informiert.

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Die Hunde waren bereits als vermisst gemeldet worden und wurden der verantwortlichen Betreuerin übergeben. Nach ihrer Aussage waren die beiden Hunde nachts durch ein geöffnetes Fenster entlaufen. Der Hundehalter ist der Stadt Vlotho bereits aufgrund eines früheren Vorfalls bekannt. Das Ordnungsamt der Stadt Vlotho wird die erforderlichen strengen Anordnungen gegen den Tierhalter treffen, um zu gewährleisten, dass sich solche Vorfälle nicht wieder ereignen.

In den Naturschutzgebieten in Vlotho besteht ein Verbot für freilaufende Hunde. Der Umgang mit freilaufenden Hunden hat in der Vergangenheit immer wieder zu Gesprächen zwischen Naturschützern, Weideviehhaltern und Hundebesitzern geführt.

Die Heidschnuckenherde wird u.a. zur Pflege der steilen Wachholderheideflächen im Naturschutzgebiet Kleiner Selberg eingesetzt, da sich die Rasse besonders gut eignet, die Fläche von aufwachsende Gehölzen freizuhalten. Die ersten Schafe der Herde wurden vor einigen Jahren zum Teil durch private Spenden und Spenden des BUND Vlotho sowie durch Eigenleistung des Schäfers finanziert. Der Aufbau einer stabilen Mutterschaferde mit fast 35 Tieren dauert  mehrere Jahre.

Neben dem erheblichen finanziellen Schaden für den Schafhalter ist durch den Verlust der Herde auch die Naturschutzarbeit am Großen Selberg gefährdet. Ob und wie der Aufbau einer neuen Heidschnuckenherde gelingt und wie die Beweidung und damit Pflege der Naturschutzflächen künftig erfolgen kann, wird in den nächsten Wochen zu klären sein.
(Text: Petra Scholz – Kreis Herford)