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Frisches und knuspriges Brot gab’s nicht immer

Heft Brot Backen

Dunkel und herzhaft: Bei Brot dieser Güte läuft einem doch schon das Wasser im Mund zusammen. Foto: Kreisheimatverein Herford

Mit dem Kochen rund um das Projekt »Im Pickertland. Vom Essen und Trinken zwischen Teuto und Wiehen« anlässlich des Geschichtsfestes 2014 in Rödinghausen fing die Leidenschaft für das Erforschen der westfälischen Koch- und Essgewohnheiten an. Nun haben die Kochforscher des Kreisheimatvereins Herford, die sich seit fünf Jahren der regionalen Koch- und Backgeschichte verschrieben haben, ihr viertes Heft in der Reihe »Rezepte im Wittekindsland« vorgestellt. 

Unter dem Titel »Westfälische Brotzeit(en). Brotbacken im Ravensberger Land« veröffentlichen die Kochforscher darin nicht nur rund 20 Rezepte vom traditionellen Pumpernickel und Roggenbrot bis zur knusprigen Party Kornstange, sondern geben viele Tipps zum gelungenen Brotbacken und der leckeren Brotresteverwertung. 

Auch in diesem Heft geht es um die Verknüpfung der Ravensberger Alltagsgeschichte in den vergangenen 100 Jahren  mit  kulinarischen Besonderheiten. Brot war die Hauptnahrung unserer Vorfahren. Sie war kalorienreich und machte lange satt. Auf einem größeren Hof, wo die Bauernfamilie mit ihren Mägden und Knechten täglich 15 bis 20 Personen satt bekommen musste, wurde fast täglich ein Brot gegessen. 

Schöne Rate-Frage: Wieviel wog früher ein Brot? 

Es wog etwa 15 bis 20 Kilogramm. Auf jedem Hof wurden ein bis zwei Mal im Monat 10 bis 15 Brote gebacken – ein aufwändiges Backverfahren im früher üblichen holzbefeuerten Backhaus. Deshalb war täglich frisches und knuspriges Brot etwas Besonderes.

Brotbackgruppe
Die Kochforschergruppe vom Kreisheimatverein hat getestet und gebacken: von links Ute Hartwig, Christine Fricke, Detlev Kohlschmidt, Gisela Stille, Monika Guist, Renate Grendel, Constanze Fritz, Christa Stolte und Christa Gante. Foto: Kreisheimatverein Herford

Auch die heute selbstverständliche Sortenvielfalt ließ zu wünschen übrig. Im Wittekindsland waren Roggenbrote üblich, häufig in Verbindung mit Milchsuppen. Im Alltag wurde auch viel Roggen- und Buchweizengrütze gegessen. Weißbrot kam erst mit der Franzosenzeit zwischen 1807 und 1815 auf den Speiseplan der Westfalen und wurde nur bei festlichen Anlässen gebacken.

Neben historischen Rezepten aus dem Kommunalarchiv und den »Küchen-Privatarchiven«, die auf heutige Backgewohnheiten abgestimmt  wurden, gibt es im vierten Heft Geschichten rund um das westfälische Brauchtum und persönliche Brotrezeptgeschichten zu lesen. Natürlich fehlen auch in dieser Ausgabe die plattdeutschen Redensarten, die alle etwas mit Brot zu tun haben, nicht. Am Ende des Heftes gibt es Tipps und Links zu wichtigen Brot- Infos und eine Liste von Museen im Wittekindsland, wo man beim traditionellen Brotbacken zuschauen und genießen kann.

Das neue Heft und die gesamte Heftreihe ist in den Buchhandlungen im Kreis Herford erhältlich und online bestellbar beim Kreisheimatverein unter www.kreisheimatverein.dedie Schutzgebühr beträgt 3 Euro.
(Text: Kreisheimatverein Herford)