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Das Leben ist eine prallvolle Wundertüte

”Mein Herz in zwei Welten“ von Jojo Moyes

Wer nach langen Winterabenden mit vielen Krimis genug hat von Mord und Totschlag und sich zur Abwechslung mal wieder nach großen Emotionen sehnt, dürfte an Jojo Moyes nicht vorbeikommen. Die Engländerin gehört seit ihrer Geschichte von Will Traynor und Louisa Clark in »Ein ganzes halbes Jahr« zur ersten Garde der weltweiten Erfolgsautoren mit Bestseller-Garantie.

Ihr neuer Roman »Mein Herz in zwei Welten« reiht sich nahtlos ein die früheren Herzschmerz-Stories. Wobei dieser Begriff aber keinesfalls despektierlich gemeint ist, sondern im Gegenteil großen Respekt vor der Autorin ausdrückt. Denn sie hat einem eher belächelten Genre mit überaus erfrischendem Schreibstil ihren ganz eigenen Qualitätsstempel aufgedrückt.

»Mein Herz in zwei Welten« setzt die Geschichte der aus kleinen englischen Verhältnissen stammenden Louisa Clark fort. Nach dem Tod des erst von ihr gepflegten und dann geliebten Will Traynor in ein abgrundtiefes seelisches Loch gefallen, hat sie in »Sanitäter Sam« neuen Halt gefunden. Den aber lässt sie los, als sie – eingedenk der Ermahnung von Will, mutig zu sein und sich dem Leben zu stellen – einen neuen Job als Assistentin in einem Millionärshaushalt in New York annimmt.

Fein zeichnet Jojo Moyes unterschiedlichste Charaktere von Menschen in völlig verschiedenen Welten. Und lässt die Leser teilhaben an unterschiedlichen Entwicklungen und Verwicklungen von Dingen, die das Leben eben so für Menschen bereithält. Wir erfahren – und das ist sicher nichts Neues –, dass Freundschaften von Menschen höchst unterschiedlich interpretiert werden, erleben, was Loyalität – falsch verstandene vielleicht? – auslösen kann. Wer werden Zeugen falschen Lächelns und seelenloser Oberflächlichkeit. Wir leiden mit Louisa und Sam unter der riesigen räumlichen Trennung mit all ihren nachvollziehbaren Folgen.

Die schon in ihren früheren Romanen immer wieder durchbrechende »lustige Ader« setzt sich in »Mein Herz in zwei Welten« konsequent fort. Folgerichtig lächelt man in zahlreichen Szenen und lacht auch ganz sicher oft und laut auf bei besonders treffend-witzigen Formulierung. Nicht unterschlagen werden soll aber auch, dass Jojo Moyes es schaffen dürfte, der einen oder anderen Leserin - gern auch Leser - ein Tränchen der Rührung in die Augenwinkel zu locken. Was ganz sicher auch der gelungenen Übersetzung von Karolina Fell geschuldet ist.

Jojo Moyes verfährt in ihrem Roman nach dem bewährten Grundsatz »Es muss erst schlechter werden, bevor es besser werden kann«. Und so stürzt Louisa in eine Sinn- und Existenzkrise, aus der sie letztlich ein hässlich-mürrischer Mops befreit. Wie das passiert? Lesen Sie einfach selbst.

»Mein Herz in zwei Welten«, Roman von Jojo Moyes, aus dem Englischen von Karolina Fell, erschienen 2018 im Verlag Rowohlt (Wunderlich), 592 Seiten, 22,95 Euro, ISBN 978-3-8052-5106-8, erhältlich als Hardcover und E-Book. 

Unser Foto oben: Buchcover (links): Rowohlt Verlags Gruppe / Portrait Jojo Moyes (rechts): Charlotte Murphy

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