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Stadt, Land, Fluss: BUGA 2015 Havelregion

Bundesgartenschauen - das sind längst nicht mehr Ansammlungen rechtwinklig angelegter Beete mit Blümchen,  Stauden und Büschen aller Art, die vielleicht noch das Herz des Hobbygärtners ein wenig schneller schlagen lassen, den Normalbesucher aber eher langweilen. Bundesgartenschauen (gern ganz einfach mit BUGA abgekürzt): Das sind Ausstellungen, die Entwicklungen in der Garten- und Landschaftsarchitektur widerspiegeln, die Antworten versucht auf die Frage, wie man auf eine sich mehr und mehr verstädternde Gesellschaft reagieren soll bzw. muss, und die natürlich auch das legitime Ziel hat, den Tourismus in der jeweiligen BUGA-Stadt oder -Region zu fördern oder zu beflügeln. 

Alle zwei Jahre gibt es einen anderen Standort in der Republik; 2015 ist die Havelregion bis zum 11. Oktober Schauplatz dieses bundesweiten Events. Die Organisatoren setzen damit das 2007 in Gera und Ronneburg erstmals realisierte Konzept der Verteilung auf mehrere Veranstaltungsorte fort. Diesmal sind es gleich fünf Kommunen, auf die sich die Bundesgartenschau unter dem Motto »Fünf sind eins. Deins.« verteilt - nämlich auf Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow, Amt Rhinow/Ot Stölln und die Hansestadt Havelberg. 

Brandenburg an der Havel

Wir haben zur Eröffnung Brandenburg an der Havel einen Besuch abgestattet, wo es mit 16,5 Hektar den zweitgrößten Ausstellungsbereich aller fünf Beteiligten gibt. Hier wurde die BUGA bei herrlichem Frühlingswetter von Bundespräsident Joachim Gauck - er ist auch Schirmherr - eröffnet. Und auch die meisten Besucher an den Tagen nach ihm taten gut daran, sich ein wenig vor der Sonne zu schützen, die von einem nahezu wolkenlosen brandenburgischen Himmel strahlte.  Ein perfekter Start also eine Schau in einer Region, die im größten Naturpark des Landes Brandenburg liegt. 

Wer Berlin besucht und einen Tag übrig hat, kann mit einem Abstecher in die gut eine Autostunde entfernte Havelregion dem Hauptstadttrubel bequem entrinnen. Zügig wird man nach der Autobahnabfahrt zu den Parkplätzen geführt, ist hier mit moderaten 2 Euro Parkgebühr dabei und kann sich dann dem BUGA-Gelände per kleiner Schiffstour oder rund 800 Metern Fußweg nähern. Der Eintritt kostet für Erwachsene 20 Euro, Kinder und Jugendliche zahlen 2 Euro; Familienkarten gibt es nicht. Was auf den ersten Blick vielleicht etwas hochpreisig wirkt, erweist sich auf den zweiten als »Schnäppchen«. Denn mit einem 20-Euro-Ticket kann man in der BUGA-Zeit alle fünf Standorte einmal besuchen, und damit relativiert sich der Preis...

Die Ausstellungsmacher haben in Brandenburg an der Havel gleich drei Anlaufpunkte geschaffen. So dürfte der  Marienberg, die zentrale Parkanlage der Stadt, ein Muss sein für alle Rosenfreunde; hier gibt es den Weinberg an der Friedenswarte und eine Freilichtbühne. In der ehelmaligen Klosterkirche St. Johannis aus dem 15. Jahrhundern werden insgesamt 16 wechselnde Schauen zu sehen sein. Und den Packhof, ein ehemaliges Werftgelände, hat man mit dem Aufbau von gleich 33 Themengärten ideal umgenutzt. Das gilt auch für die denkmalgeschützte Werfthalle mit Gastronomie und gärtnerischem Infobereich, die man - ebenso mutig wie geschickt - mit einem modernen Verwaltungsbau erweitert hat. Und das hier wie überall auf dem Gelände mit dem Anspruch der Nachhaltigkeit. Relax-Liegen, Aussichtsturm, viele schöne Spielgelegenheiten für Kinder, Gartenideen natürlich zuhauf - man hat gut zu gehen über Wege und Rasenflächen, will man alles sehen und genießen. 

Bildergalerie

Zentrumsnah

Der Charme dieses Standortes liegt nicht zuletzt in der direkten Stadtnähe begründet, sozusagen zwischen Altstädter und Neustädter Markt. Da BUGA-Areal grenzt direkt an Wohnbebauung und auch Industriebrache, die nicht schamvoll verdeckt wird. Schon das macht sympatisch und vermittelt den Eindruck, dass diese  große überörtliche Veranstaltung den Bürgern nicht »aufgepropft« wurde.

Beim Bummel über die Hauptstraße in beide Richtungen macht sich jedoch der Eindruck breit, Brandenburg an der Havel sei aus einem Dornröschenschlaf geweckt worden. Auf Leerstände von Ladenlokalen und Wohnungen, Renovierungsbedarf, aber auch auf wunderbar restaurierte Gebäude und schicke Geschäfte fällt der Blick, und natürlich fehlen Konsumtempel wie Media-Markt und H&M nicht. Während im BUGA-Eingangsbereich reger Betrieb herrscht, geht es nur wenige 100 Meter entfernt höchst beschaulich zu - trotz des »verkaufsoffenen Sonntags«, der eigens zur BUGA-Eröffnung angesetzt worden ist, aber der leider von längst nicht allen Geschäftsleuten genutzt wird. 

Schon auf der 1-Euro-Fahrt (pro Erwachsener) mit dem Havel-Schiffchen zum BUGA-Eingangsbereich sind hervorragend gestaltete Wohnungen direkt am Fluss aufgefallen. So hat man leerstehende Fabrikhallen in wirklich bemerkenswerter Weise »reanimiert«. Auch an anderer Stelle in der Stadt fallen solch gelungene Lösungen auf - Beispiele sicherlich für andere Städte, wie man Industrieruinen sinnvoll nutzen kann. 

Auf dem »Nachhauseweg« zum Parkplatz lohnt sich ein Abstecher zum »Skyliner«. Erwachsene zahlen sechs, Kinder und Jugendliche vier Euro für eine Fahrt mit einer rundum verglasten Gondel auf etwa 70 Meter Höhe, von wo aus man den faszinierenden Überblick über die Havellandschaft genießen kann. Auch in Rathenow und der Hansestadt Havelberg wird diese höchste mobile Aussichtsturm der Welt im Laufe der BUGA noch Station machen.

Insgesamt 13 BUGA-Kulissen in den fünf BUGA-Städten wurden für diese Veranstaltung vorbereitet. Knapp 1.000 Helferinnen und Helfer sorgen dafür, dass die BUGA reibungslos funktioniert. 

Die BUGA 2015 endet nach 177 Tagen am 11. Oktober 2015. Die Abschlussveranstaltung findet in der Hansestadt Havelberg statt. 

Zu hoffen bleibt für die Zeit danach, dass die Havelregion als Teil des Bundeslandes Brandenburg, dem seit 2010 eine besonders dynamische Entwicklung bescheinigt wird, mit dem BUGA-Wind im Rücken den Strukturwandel infolge der demografischen Entwicklung weiterhin positiv bewältigt. Wohnraum und Natur sind Faktoren, mit denen die Region lockt und punkten kann. Mit der BUGA 2015 könnten Infrastruktur, Handel und Wandel langfristig vom Wirtschaftsfaktor Tourismus profitieren…

BUGA 2015 auf einen Blick

»Fünf sind eins. Deins.« Bundesgartenschau 2015 Havelregion vom 18. April bis 11. Oktober 2015 in 

  • Brandenburg an der Havel
  • Premnitz
  • Rathenow
  • Amt Rhinow/Stölln
  • Hansestadt Havelberg

Geöffnet täglich von 9 - 18 Uhr

Tickets: Erwachsene 20 Euro, Kinder/Jugendliche 2 Euro, ab 17 Uhr 10 Euro, ermäßigt 18 Euro, Gruppen ab 20 Personen jeweils 18 Euro

Brandenburg an der Havel: Gartenschaugelände auf 16,5 Hektar mit den drei Erlebnisbereichen Packhof, Marienberg und St. Johanniskirche

Premnitz: Gartenschaugelände auf 3,3 Hektar mit den Erlebnisbereichen Grünzug und Uferpromenade

Rathenow: Gartenschaugelände auf 24,2 Hektar mit den Erlebnisbereichen Optikpark und Weinbergpark

Amt Rhinow/Stölln: Gartenschaugelände auf 5,3 Hektar mit den Erlebnisbereichen Fliegerpark, Flieger- und Landschaftspfad und Lilienthal-Centrum Stölln

Hansestadt Havelberg: Gartenschaugelände auf 3,9 Hektar mit den Erlebnisbereichen Stadtkirche St. Laurentius, Dombezirk und Haus der Flüsse

Mehr BUGA 2015-Infos gibt es im Netz hier: http://www.buga-2015-havelregion.de/start.html

Tickets online kaufen kann man hier: https://www.etix.com/ticket/online/venueSearch.jsp?venue_id=10155&cobrand=buga

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