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Bitcoin Group: 373,8 Prozent Kursplus trotz Bitcoin-Crash

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Foto: Startup Region OWL auf Twitter

Als Krypto-König aus Herford ist er in aller Munde. In der Tat hat Priority-Chef Oliver Flaskämper mit der Handelsplattform bitcoin.de Geschichte geschrieben. Ungeachtet des Rekordumsatzes 2017 kriegt die jüngsten Turbulenzen am Kryptomarkt auch der Hauptaktionär der Bitcoin Group zu spüren. So hat die Gesellschaft mit sofortiger Wirkung Marco Bodewein als weiteren geschäftsführenden Direktor an Bord. 

Geschäftsbericht 2017 nicht ohne

Angesprochen auf die Talfahrt von Bitcoin beliebt Oliver Flaskämper regelmäßig eine Anekdote zu erzählen. Noch heute bereut er, die zwei Pizzen in der Kreuzberger Kryptokneipe Room 77 im Jahre 2012 mit Bitcoins beglichen zu haben. 15 Bitcoins zum damaligen Gegenwert von 30 Euro waren dafür zu berappen. Hätte er diese behalten, wäre er nun mit Stand vom 9. Juni 2018 um ganze 97.587,60 Euro reicher. 

Einen Grund zur Klage hat der Herforder Unternehmer aber beileibe nicht. Mit der Bitcoin Group hat er nämlich regelrecht eine Gelddruckmaschine zur Hand. 95 Prozent der Aktien hält seine Priority AG. Und die Zahlen lügen nicht. 2017 bescherte der seit 2013 an der Düsseldorfer Börse gelisteten Bitcoin Group SE einen Rekordumsatz von 12,48 Millionen Euro (Vorjahr: 1,04 Millionen Euro). Dementsprechend verbesserte sich das Ergebnis vor Steuern von 0,21 Millionen Euro auf 10,89 Millionen Euro, während das Ergebnis nach Steuern von 0,11 Millionen Euro auf 7,45 Millionen Euro stieg. Die Cashcow ist dabei unstreitig bitcoin.de. Deutschlands einziger regulierter Marktplatz für digitale Währungen verzeichnete einen Kundenzuwachs von 356.000 auf 667.000. Umgerechnet auf den Monat vermochte die Handelsplattform mithin 26.000 Neukunden an Land zu ziehen. Wider Erwarten schnellte damit das Handelsvolumen der Kryptowährung Bitcoin von der prognostizierten Milliarde Euro auf 1,2 Milliarden Euro hoch, während die im dritten Quartal 2017 hinzugekommenen Kryptowährungen Bitcoin Cash und Ethereum für ein Handelsvolumen von 250 Millionen Euro verantwortlich zeichneten.   

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Foto: Sanal Konular auf Twitter

IOTA & Co. im Anmarsch?

Zur Stunde ist über die erklärten Absichten der Bitcoin Group lediglich viel Tinte verspritzt worden. Ob Worten auch Taten folgen und sich IOTA, Ripple, Litecoin, DASH und Monero neben Bitcoin, Bitcoin Cash, Bitcoin Gold und Ethereum auf bitcoin.de behaupten können, bleibt abzuwarten.

An sich ereilte IOTA das gleiche Schicksal wie Bitcoin: Der Kurs brach Anfang des Jahres massiv ein. Während bei Bitcoin vom 52-Wochen-Hoch der 16.892,3398 Euro aktuell lediglich noch 6.505,8398 Euro übrig sind, sackte IOTA von 4,3806 Euro auf 1,4639 Euro ab (9. Juni 2018). Dennoch ist speziell IOTA als Alternative zu Bitcoin bei Analysten und Experten gut angeschrieben. Nicht von ungefähr. Wer nicht auf die Handelsaufnahme von bitcoin.de warten will, hat schon jetzt die Möglichkeit, in IOTA zu investieren. Bei BitcoinMag ist alles über die Anbieter Plus500 und Bitfinex zu erfahren. IOTA ist auf die sichere Kommunikation und Zahlung zwischen zwei Maschinen angelegt. Und nachdem das Internet der Dinge eine rosige Zukunft verspricht, hat IOTA definitiv das Potenzial, künftig von sich reden zu machen. Erklärte Absicht ist jedenfalls die schnelle Abwicklung von Transaktionen ohne Kosten und hohen Rechenaufwand. Dazu bedient sich IOTA anders als Bitcoin nicht der Blockchain-Technologie einer verketteten Liste, sondern erfasst Transaktionen in einem gerichteten azyklischen Graphen. Ein starkes Argument, mit IOTA zu kokettieren. 

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Foto: Joe auf Twitter

Aufbruch zu neuen Ufern

Der Schein trügt. Auf den ersten Blick klingt ein Kursplus der Bitcoin Group von 373,8 Prozent im abgelaufenen Jahr überaus verlockend, Fakt ist aber gleichzeitig, dass mit einem aktuellen Kurs von 39,86 Euro (8. Juni 2018) das 52-Wochen-Hoch von 90,00 Euro in weite Ferne gerückt ist. Es überrascht deshalb wenig, dass das Management nach Veränderung schreit. Mit sofortiger Wirkung fungiert Marco Bodewein als weiterer geschäftsführender Direktor. Als ehemaligem Vorstand der ACON Actienbank AG sind ihm Investmentbanking, Trading, Strategie und Organisation nicht fremd. Ob die Vorschusslorbeeren verdient sind, wird sich in Bälde zeigen.

Oliver Flaskämper ist jedenfalls überaus zuversichtlich. Devise: Eher geht schon der Euro baden, als dass der Bitcoin in der Versenkung verschwindet. In der Tat ist die Kryptowährung Nr. 1 allen Unkenrufen zum Trotz nach wie vor brandaktuell. Siehe Venezuela. Wenn der Staat auf der ganzen Linie versagt und die Inflation mit Siebenmeilenstiefeln voranschreitet, ist so scheint es Bitcoin das probate Mittel, den Internethandel am Leben zu erhalten. Bezahlt wird mit der digitalen Geldbörse, der sogenannten Bitcoin-Wallet. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als eine leidlich lange Zeichenkette. Die Wallet ist passwortgeschützt und kommt ohne Speicherung persönlicher Daten aus. Ja, mittlerweile ist nicht einmal mehr eine Internet-Verbindung nötig, um mit der Bitcoin-Wallet Waren beziehen zu können. 179 Dollar kostet das goTenna-Gerät. 100.000 Abnehmer hat es bereits gefunden. Es erlaubt, Bitcoin-Transaktionen zu senden, die sich im Mesh-Netzwerk nach dem Empfänger umtun. Nachdem das Mesh-Netzwerk mit freien, unlizenzierten Radiofrequenzen arbeitet, ist der Datenschutz verbürgt. Angesichts solcher Errungenschaften kann es mit der Bitcoin Group nur weiter bergauf gehen.
(Text: Björn Dietrich)