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Kleiner Pilz lässt die Eschen im Doberg sterben

Kreis Herford/ Bünde -

Er nennt sich „Falsches Weißes Stengelbecherchen“, aber so harmlos, wie der Name es vermuten lässt, ist dieser Pilz nicht.

Die markierten Eschen sind krank und müssen leider gefällt werden. (Foto: Petra Scholz – Kreis Herford)

Er nennt sich „Falsches Weißes Stengelbecherchen“, aber so harmlos, wie der Name es vermuten lässt, ist dieser Pilz nicht. Er breitet sich in Mitteleuropa in rasanter Geschwindigkeit aus und verursacht das Eschentriebsterben, bei dem selbst große Bäume innerhalb weniger Jahre absterben. Nun ist dieser Pilz auch in Bünde im Naturschutzgebiet Doberg angekommen.

Bereits im Winter 2016/17 wurden einzelne befallene Bäume entfernt, doch mittlerweile gibt es kaum eine Esche im Naturschutzgebiet, die noch nicht befallen ist. In den letzten Tagen haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirksregierung Detmold, des Kreises Herford und des Forstamtes in Minden die Bäume entlang der Wege im Naturschutzgebiet Doberg auf ihre Verkehrssicherheit hin untersucht. Zum Schutz der Besucher müssen entlang der Wanderwege alle markierten Bäume gefällt werden. Leider sind darunter auch alte Bäume, die das Bild des Dobergs mit prägen und die besonders wertvoll sind. Durchgeführt werden die Fällarbeiten wahrscheinlich schon in den nächsten Wochen.

Vor etwa zehn Jahren ist das Eschensterben erstmals in Südwestdeutschland bekannt geworden. Der Erreger stammt aus Ostasien. Von dort wurde er wahrscheinlich mit befallenen Eschenblättern, die zufällig mit Waren transportiert wurden, eingeschleppt. Befallene Eschen sterben so rasch ab, dass manche schon fürchten, dass die Art bei uns ganz ausstirbt. Aber einzelne Bäume scheinen resistent zu sein und nicht abzusterben – Hoffnungsträger für den Fortbestand der Art. Einzelne, resistente Exemplare gibt es vielleicht sogar im Doberg, dennoch, für die Esche im Doberg sieht es zur Zeit nicht gut aus.

Er nennt sich „Falsches Weißes Stengelbecherchen“, aber so harmlos, wie der Name es vermuten lässt, ist dieser Pilz nicht.

Vom gefährlichen Pilz befallene Eschen werden hier markiert. Foto: Petra Scholz - Kreis Herford

Im Naturschutzgebiet werden nur entlang der ausgewiesenen Wege solche Verkehrssicherungsmaßnahmen durchgeführt. Denn das Verlassen der Wege ist verboten, und eine ähnlich intensive Sicherung der vielen Trampelpfade würde zudem viele alte Bäume und Totholz treffen, die in den Wirtschaftswäldern selten geworden sind.

Und auch wenn jetzt viele Bäume entlang der Wege gefällt werden müssen, bei Sturm oder starkem Wind sollten Besucher nicht nur im Doberg den Wald meiden. Denn waldtypische Gefahren, zu denen beispielsweise ein vom Sturm herunter gewirbelter Ast gehört, können immer auftreten. Der Kreis Herford bittet um Verständnis für die anstehenden Arbeiten. Weitere Informationen erteilt der Kreis Herford unter der Telefonnummer 05221-132320.
(Text: Petra Scholz – Kreis Herford)

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