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Ambrosia: keine Zierpflanze, sondern Gesundheitsrisiko

Kreis Herford -

Im Kreis Herford wird Ambrosia seit 2007 intensiv beobachtet und bekämpft

Jeder Gärtner freut sich über seine Blumen – sicherlich auch, wenn mal eine unbekannte Pflanzen dabei ist. Jedoch nicht jede Pflanze ist Grund zur Freude. So gibt es Pflanzen, die sich in Gebieten ansiedeln, in denen sie zuvor nicht heimisch waren – Neophyten nennt man diese Pflanzen und häufig beeinflussen sie das gewachsene Ökosystem.

Eine solche Pflanze ist die Ambrosia artemisifolia, auch bekannt als Beifuß-Ambrosie, Beifußblättrige Ambrosie, Traubenkraut oder Amerikanisches Traubenkraut. Sie ist eine einjährige, krautige Sommerpflanze. Wahrscheinlich über den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten, über Topfpflanzen und vor allem durch Vogelfutter breitet sich die Art seit Anfang der 1990er Jahre rasant in Deutschland aus.

Im Kreis Herford wird Ambrosia seit 2007 intensiv beobachtet und bekämpft, und das hat auch seinen Grund, erklärt Hannelore Frick-Pohl von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herford. „Die Pollen des Beifußblättrigen Traubenkrauts gelten als die stärksten derzeit bekannten Allergene aus dem Pflanzenreich und können tränende Augen, Kopfschmerzen oder bei empfindlichen Menschen gleich Asthma auslösen, weshalb sie in Australien „Asthma-plant“ heißt. Ambrosia schafft Allergien auch bei Menschen, für die diese Krankheit bisher unbekannt war, da die Pollen sehr klein und aggressiv sind und tief in die Bronchien eindringen können.“ 

Die 10 bis 200 Zentimeter hohe Pflanze keimt auf allen offenen Böden. Sie wächst im Frühjahr/Frühsommer langsam und kann in dieser Zeit mit Targetes (Studentenblume), dem einheimischen Gemeinen Beifuß, der Staudenambrosie oder dem Einjährigen Beifuß oder sogar Möhren verwechselt werden. Aber während alle anderen Pflanzen gleichmäßig gedeihen, legt Ambrosia eine Wachstumspause ein, um dann Mitte/Ende Juni loszuwachsen und Anfang August Blüten auszubilden. 

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Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen außerdem, dass sich Ambrosia in Europa verändert hat. Ihre Samen sind nicht nur deutlich größer als diejenigen der aus Amerika stammenden Populationen, sondern sie keimen mit einer Rate von 92% auch wesentlich häufiger als ihre amerikanischen Vorfahren mit 49%. Sie keimt hier deutlich schneller  und zeichnet sich durch eine höhere Frosttoleranz aus. Und sie hat hier keine Feinde wie den Ambrosiakäfer oder Pilze. 

Die Pflanze gilt aufgrund ihrer gesteigerten Fitness als derzeit aggressivster pflanzlicher Einwanderer und sollte deshalb entfernt werden. Aber dabei ist Vorsicht geboten, erklärt Hannelore Frick Pohl: „Tragen Sie dabei Handschuhe und vermeiden Sie jeden Körperkontakt, denn  das Berühren der Blätter kann zu Hautreizungen und zur Sensibilisierung führen! Blüht die Pflanze schon, dann sollten Sie einen Mundschutz tragen. Die Pflanze muss samt ihrer Wurzeln möglichst in einem geschlossenen Beutel im Hausmüll entsorgt werden. Die  Samen überleben die Kompostierung, und durch Kompost ist schon manche Fläche verseucht worden.“

Bisher sind im Kreisgebiet lediglich Einzelpflanzen in Privatgärten entdeckt worden. Damit das so bleibt, ist es wichtig, z.B. nur Ambrosia-Samen-freies Vogelfutter zu verwenden, gleiches gilt für Saatgut zum Beispiel beim Anlegen von Blumenwiesen. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises bittet jeden Ambrosia-Fund unbedingt  zu melden, damit die Statistik über das Vorkommen dieser aggressiven und problematischen Pflanze aktuell bleibt.

Weitere Hilfe bei Fundmeldung, Bestimmung und  Bekämpfung von Ambrosia bei: Hannelore Frick-Pohl/ Peter Nipper-Hansen, Tel. 05221/13-2321 oder 13-2342 oder bei der Landwirtschaftskammer Herford (H. Höke, Tel. 05221/597734 oder 016093950377).
Text und Foto: Petra Scholz – Kreis Herford 

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