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Alkohol am Steuer: Welche Promillegrenze gilt?

Promillegrenze in Deutschland

Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass man durch starkes Schwitzen, einen hohen Kaffeekonsum oder ein deftiges Frühstück den Alkoholabbau im Körper beschleunigen kann. Dies ist jedoch falsch. Diese Maßnahmen sollen lediglich für ein besseres Gefühl am nächsten Morgen sorgen. Der Alkoholpegel im Blut bleibt dagegen gleich. Doch wann darf man sich nach einer Partynacht wieder hinters Steuer setzen und welche Promillegrenze gilt in Deutschland? Mehr dazu erfahren Sie in folgendem Artikel.

Promillegrenze in Deutschland

Viele Menschen verlangen hierzulande die Einführung einer strikten Null-Promille-Grenze beim Autofahren, nachdem der Automobil Club Europa (ACE) einige erschreckende Zahlen zu Verkehrsunfällen in Deutschland aufführte. So kamen in den Jahren zwischen 2000 und 2010 rund 58.000 Personen im Straßenverkehr ums Leben, davon wurden 7.100 durch Alkoholfahrten verursacht. Statistiken belegen weiterhin, dass die Folgen von Unfällen, bei denen Alkohol beteiligt war, in der Regel überdurchschnittlich schwer sind.

Im Jahr 1998 wurde bereits eine neue Obergrenze in Deutschland eingeführt – sie wurde von 0,8 auf 0,5 Promille gesenkt. Seitdem ist die Zahl der Alkoholunfälle, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden, um 40 Prozent zurückgegangen. Dieses Ergebnis wird zum Beispiel vom Bundesverkehrsministerium als positive Bilanz gewertet. Ein Argument des ADAC ist zudem, dass sich Personen, die mit dem aktuellen Grenzwert und den drohenden Rechtsfolgen Alkoholfahrten durchführen, auch durch einen schärferen Grenzwert nicht aufhalten lassen.

Befürworter der Null-Promille-Grenze gehen hingegen davon aus, dass man durch die Senkung bereits auf einem guten Weg sei, durch das Streichen einer Obergrenze noch mehr Unfälle verhindert werden könnten. Tatsache ist allerdings, dass sich die Mehrheit der Alkoholunfälle jenseits der 1,5-Promillegrenze ereignet. Auch Länder, bei denen das Null-Promille-Limit gesetzlich festgeschrieben ist, wie Estland, Ungarn oder Tschechien, weisen zudem nicht unbedingt weniger Unfälle oder Verkehrstote auf.

Alkoholauswirkungen

Auch unterhalb der 0,5-Promille-Grenze wird die Fahrtüchtigkeit beeinflusst. Zum einen verschlechtert sich die Adaptionsfähigkeit des Auges beim Hell-Dunkel-Sehen, zum anderen wird aber insbesondere die Reaktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Wenngleich Routinetätigkeiten noch ohne erkennbare Leistungseinbußen bewältigt werden können, so ist die Reaktion auf eine unerwartete Situation bereits nach dem Konsum sehr geringer Alkoholmengen deutlich schlechter als im nüchternen Zustand.

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Sanktionen beim Autofahren

Wer alkoholisiert Auto fährt, muss mit hohen Strafen rechnen. 0,5 Promille führen in der Regel zu vier Punkten in Flensburg sowie einem Führerscheinentzug von mindestens vier Wochen und 500 Euro Bußgeld. Aber auch bei 0,3 Promille im Blut droht der Entzug des Führerscheins inklusive einer Geldstrafe, wenn man beispielsweise Schlangenlinien fährt.

Bei einem Wert von 1,1 Promille gilt schließlich jeder Mensch als fahruntüchtig, sodass in diesen Fällen der Führerschein für mindestens ein halbes Jahr entzogen und hohe Geldbußen verhängt werden.

Alkoholabbau im Körper

Wann man nach einem Abend mit Alkoholkonsum wieder Auto fahren darf, kann nicht pauschal beantwortet werden. Dies hängt nämlich nicht von der Menge, sondern auch von der Körpergröße und dem Gewicht sowie den zuvor eingenommenen Mahlzeiten ab. Generell vertragen Frauen zudem weniger Alkohol als Männer.

Eine Faustregel für den Alkoholabbau existiert dennoch: Pro Stunde soll sich der Alkoholgehalt im Blut um rund 0,1 Gramm, was durchschnittlich 0,1 Promille entspricht, verringern.

Wenn beispielsweise ein 80 Kilogramm schwerer Mann zwischen 20 und 1 Uhr nachts fünf 0,5-Liter-Gläser Bier und zwei Schnäpse trinkt, so hat er anschließend ungefähr 1,5 Promille Alkohol im Blut. Nach der genannten Faustregel beträgt der Alkoholpegel um 8 Uhr morgens noch immer um die 0,8 Promille, so dass das Führen eines Fahrzeugs weiterhin rechtswidrig ist. Erst ab ungefähr 14 Uhr ist der Alkoholgehalt um Blut unter 0,3 Promille gesunken. Und selbst damit ist die Fahrtüchtigkeit nicht gewährleistet, denn auch zu wenig Schlaf oder ähnliches sorgen für eine verlangsamte Reaktion, was beim Autofahren immer gefährlich ist.

Weitere Informationen zum alkoholisierten Autofahren finden Sie unter https://www.bussgeldkataloge.de/alkohol-am-steuer/.
(Text: Laura Gosemann / Motivfoto: Polizei)